Mein erster Winter

Als Kubanerin kannte ich den Winter und all seine Symptome nur aus dem Fernsehen und den bemitleidenswerten Erzählungen von Touristen. Insofern bin ich mit mulmigem Gefühl in die kälteren Gefilde gekommen. Doch als die ersten Schneeflocken auf meiner Nase tanzten, war alles gar nicht mehr so schlimm.

 

T-Shirt. Kurzer Rock. Kein Mantel in der Hand oder an der Taille gebunden. Das ist die typische Kleidung eines Teenagers in Kuba, wo sich das Wetter nicht ändert und die Sonne den Großteil des Jahres warme Temperaturen beschert.

33 Grad Celsius. Tags wie Nachts sind die Menschen mit der größten Selbstverständlichkeit des Jahrhunderts am Strand und kühlen sich ab.  Sorge um das Wetter:  ¿Qué es esto?

Bei so hohen Temperaturen beneiden wir den Norden manchmal. 

 

Nun aber das: „Bist du bereit für den Winter?" Es ist eine der typischen Fragen für einen Kubaner, der zum ersten Mal die Insel verlässt und in nördliche Gefilde reist. "Du weißt nicht, was Kälte ist", "Du wirst sterben, wenn du deine Haare waschen musst", "Jeder Mantel ist unzureichend". "Rum wird dein bester Freund sein. Genieße die Sonne, denn das Schlimmste erwartet dich noch", waren einige der Kommentare aus einer Gruppe von Latinos, die seit mehr als 10 Jahren in Augsburg leben.

Aber jetzt, wo ich selber den Winter erlebe, muss ich zugeben: Ich liebe den Winter! Wann sonst fallen weiße Flocken aus dem Himmel oder bilden sich schöne Eisglitzer an den Fenstern? Schneemänner, Weihnachtsmärkte, Schlittenfahrten...all das haben wir nicht in Kuba.  Gut, die Kälte muss nicht wirklich sein, aber ... Keine Panik. Wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann mach heißen Zitronentee daraus. Und schon wird der Winter angenehmer!


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